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    Susi Menzel   
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    Tel: 0571 - 388 11 14   
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    Vorlesegeschichte für Klein und Groß von Susi Menzel



    Aus dem Buch "Von Tieren und Pflanzen"
    Paperback ISBN 9783735739902    - 92 Seiten und Illustrationen

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    Das Buch kann auch als Ebook in den bekannten Ebook-Stores downgeloaded werden.
    eBook ISBN 9783735746443


    "Der Wettlauf der Regenwürmer"

    Regenwürmer leben in der Erde. Sie können nicht hören und fast nichts sehen, was für Lebewesen, die in der Erde leben, ganz normal ist.
    Etwas können sie jedoch sehr gut, sie spüren die Vibrationen von anderen Tieren, die in der Erde leben und auf der Erde laufen.
    Und - sie können wahnsinnig schuften. Sie fressen sich permanent durch die Erde, lockern diese dadurch auf, damit die Pflanzen, die sie fressen, besser wachsen können.
    Manchmal verspüren sie den Wunsch, ihre Kräfte zu messen. Das ist die Zeit, in der der "Tag des Regenwurms" ausgerufen und ein Wettrennen veranstaltet wird.
    In diesem Jahr waren Oli und Leonie endlich alt und lang genug, um daran teilzunehmen.
    Oli glitt eilig durch die größte der Erdröhren. Er war sehr aufgeregt.

    Leonie wartete schon an der Kreuzung. Sie mussten sich beeilen. Es hatte geregnet und dadurch war die Hauptverkehrsröhre etwas eingefallen. Das passierte des öfteren, aber die Erde war weich und so war es für die beiden leicht hindurch zu kommen.

    Gerade rechtzeitig kamen sie auf der Wettkampf-Wiese an. Sie schlängelten sich zum Startplatz. Die Eröffnungsrede hatte schon angefangen.

    "... ihr Regenwürmer vom nordischen Gartenland. Gleich geht es los. Das erste Rennen ist das der 9 - 10 cm langen Regenwürmer. Jeweils zwei Regenwürmer bilden ein Team und buddeln in einer Tiefe von 30 cm. Ihr legt einen halben Meter unterirdisch zurück, kommt dann wieder hoch auf die Wiese und rennt den letzten halben Meter durch das Gras. Das schnellste Team, das gleichzeitig ankommen muss, gewinnt. Viel Glück für alle! Und buddelt, was das Zeug hält."

    Oli und Leonie gehörten zu der ersten Kategorie. Sie gingen zum Startplatz, um ihre Startnummer zu ziehen. Dort herrschte ein riesiges Gewusel und Geschubse. Alle kletterten über- und untereinander her. Aber letztlich hatten die 50 Teilnehmer ihre Startposition auf dem ihnen zugewiesenen Feld eingenommen. Das Startzeichen wurde gegeben.

    Oli und Leonie hatten viele Male trainiert. Leonie verschwand als erste im Loch und buddelte mit ihrem spitzen Kopf in Richtung des Pfeils, der unten angebracht war. Sie musste die Röhre etwas größer buddeln, so dass Oli über sie hinweg kriechen konnte, wenn er die Führung übernahm.

    Regenwürmer sind zwar kräftig, aber über eine so weite Distanz mussten sie sich abwechseln. Außerdem war Leonies Orientierungssinn nicht so gut ausgeprägt.

    Anfangs kamen sie gut voran. Die Erde war weich und feucht. Auf der Hälfte der Strecke trafen sie auf ein sehr breites Wurzelgeflecht, durch das sie nicht hindurch konnten. Sie mussten darunter her buddeln. Die tiefere Erdschicht war härter und sie brauchten viel Kraft.

    Leonie meinte, dass sie eine Pause machen müssten. Gerade als sie es ausgesprochen hatte, gab es einen Ruck und Leonie war weg. Oli schaute fassungslos auf das Loch vor ihm, als sich auch unter ihm die Erde bewegte und ihn herunterzog.

    Sie fanden sich beide in einem sehr großen Gang wieder. Panisch buddelten sie sich in die heruntergefallene Erde ein und warteten ab. Nach einiger Zeit steckten sie die Köpfe aus der Erde und guckten sich um. Sie waren in einem Maulwurfsgang gelandet. Und das war leider sehr gefährlich für Regenwürmer.

    Sie warteten eine Weile mucksmäuschenstill ab, bevor sie beschlossen, weiter zu laufen, als sie die Vibrationen in der Erde spürten! Vor Angst erstarrt, blieben sie sitzen. Sie konnten nicht genau orten, woher die Vibrationen kamen und wie weit sie entfernt waren.

    In dem Moment brach neben ihnen die Erde ein und mit ihr ein anderer Regenwurm, der genauso wie Oli und Leonie erschrocken war. Auch er wusste nicht, ob unten ein Maulwurf darauf wartete, ihn zu fressen. Als er Oli und Leonie sah, war er sehr erleichtert. Sie brauchten jedoch eine Weile, bis sie sich von dem Schreck erholt hatten. Vorsichtshalber verhielten sie sich noch eine ganze Weile sehr ruhig und spürten nach Vibrationen. Nach einer Weile waren sie sich sicher, dass weit und breit kein Maulwurf war. Sie suchten eine Weile, bis sie zusammen wieder die richtige Richtung der Wettkampfstrecke gefunden hatten.

    Der verirrte Wurm war sehr wütend, weil er die Orientierung verloren hatte und in die falsche Richtung gebuddelt hatte. Außerdem hatte er seinen Teamkameraden verloren. Er wanderte entnervt direkt nach oben. Ohne seinen Teamkollegen hatte er gar keine Chance auf eine Platzierung in dem Wettkampf.

    Oli und Leonie beschlossen, weiter zu machen.
    Irgendwann hatten sie ihre unterirdische Entfernung geschafft und buddelten sich nach oben auf die Wiese. Dort angekommen, rannten sie, was sie konnten, auf das Ziel zu.

    Durch die Verzögerung in dem Maulwurfsgang hatten sie zwar keine Chance mehr auf den Sieg, aber mit ihrem 10. Platz waren sie dennoch sehr zufrieden.

    Wie hatte noch der Redner in seiner Abschlussrede gesagt? Letztendlich ging es darum, in diesem Teil des Gartens die Erde so aufzulockern, dass die Pflanzen gut wachsen konnten und sie den ganzen Sommer gut zu fressen hatten.

    Und das fanden auch ihre Eltern und die waren sehr stolz auf ihren Nachwuchs.