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    Lies mal wieder:

    Eine Geschichte von Susi Menzel
    gegen Massentierhaltung - und falls Du noch einen letzten Anstoss brauchst, um weniger oder gar kein Fleisch zu essen, dann lies diese Geschichte über einen kurzen Moment, der ein Leben verändern kann

    "Du armes Schwein"

    Es waren diese Augen, die mich aus dem Fernseher heraus angeschaut hatten. Sie gingen mir durch Mark und Bein und trafen mich in tiefster Seele. Diese Angst und gleichzeitig diese Gewissheit, dass es kein Entrinnen geben würde. Selbst wenn ich jetzt sofort handeln würde, wäre es für Dich zu spät. Der Film war schon vor Wochen gedreht worden und so lange bleibt niemand dort.

    Ich schämte mich. Sehr. Unerwartet sehr viel mehr...

    Die Schweine waren in dem neuen Stall angekommen und wurden gleich in den "Berieselungsraum" gebracht, in dem leise Panflötenmusik lief. Das sollte beruhigen.
    Alle waren erschöpft. So viele Dinge hatten sie auf der Reise dorthin zum ersten Mal gesehen: das Tageslicht, das durch die schmalen Schlitze des Tiertransporters geleuchtet hatte; dort hatten viele von ihnen zum ersten Mal frische Luft geatmet. Es war zweifelhaft, ob sie wirklich als frisch zu bezeichnen war, denn sie fuhren auf der Autobahn, auf der tausende von Autos Abgase ausstießen. Die große, weite Welt, von der sie einmal in ihrem Stall zuhause gehört hatten, jagte an ihnen vorüber.

    Die Schweine, die in der Mitte des Transporters standen, bekamen davon gar nichts mit, und die, die am Rand zu den Schlitzen hin standen, konnten zwar etwas sehen, wurden aber fast erdrückt, weil alle dorthin wollten.

    Dann endlich waren sie an dem neuen Ort angekommen. Alle waren neugierig auf den neuen Lebensabschnitt. Sie beschnupperten alles, während sie brav den Gang entlang gingen.
    Sie wussten nicht, dass ihr letztes Stündlein geschlagen hatte. Sie wollten nur raus aus dem LKW und trinken und fressen und schlafen. Am liebsten alles gleichzeitig, um ja nichts zu verpassen. Dann wollten sie in aller Ruhe den neuen Stall begutachten, alles erkunden und nicht mehr vor Angst zittern müssen. Darum drängten sie vorwärts in den großen Raum, in dem einige erstmals mehr Platz hatten, als nur so viel, wie sie selber eben lang und breit waren. Manche von ihnen hatten sogar noch nie gewusst, dass man sich auf die Seite legen konnte, so schmal war ihre vergitterte Stelle im Stall gewesen, von klein auf.
    Alle waren sich einig: jetzt würde alles gut werden.

    Nur dieses eine Schwein, dass direkt in die Kamera schaute, das wusste, dass das Ende nahte. Es hatte so riesengroße Angst. Ich konnte ganz tief in seine Augen und direkt in seine Seele gucken. Es flehte und flehte die Menschen im Gang hinter den kalten, silbernen Gitterstäben an, ihm zu helfen, wurde aber von den anderen Schweinen weiter geschubst. Es guckte sich noch einmal um und wisperte ungläubig: "Warum? Warum wollt ihr mich aufessen? Ich will doch auch nur leben - genau wie ihr!"

    Da wurde dieses besondere Schwein auch schon in den großen Raum geschoben, in dem die Flöte ihre melancholische Melodie spielte. Da das Schwein noch nie Musik gehörte hatte, war es irritiert. Als es sich daran gewöhnt und gemerkt hatte, dass ihm diese ungewohnten Töne nichts taten, da kam die Luft, die alle in ihren letzten Schlaf beförderte...

    Leider wirst Du armes Schwein es nicht mehr erleben, dass Deine Augen mein Leben verändert haben und ich nicht mehr so viel Fleisch esse...

    Diese Geschichte ist Teil der weltgrößten Sammlung von Tiergeschichten auf >>> www.tiergeschichten.de >>>